Folgende Materialien können bei mir angefragt werden:
Yayoi Kusama begann 2009 mit der Arbeit an My Eternal Soul -
eine bis heute andauernde Serie von Bildern,
die mit Acryl auf Leinwand gemalt werden.
Pulsierende Farben bilden halbfigürliche, biomorphe Formen,
die sowohl Hieroglyphen als auch Pflanzen oder Phalli darstellen könnten.
Indem sie ihre Leinwände flach auf einen Tisch legt,
bemalt Kusama den Bildträger zunächst mit nur einer Farbe.
Anschließend malt sie mit verschiedenen feinen Pinseln oder einem schwarzem Marker ihre obsessiven Muster.
Inzwischen sind mehr als siebenhundert Gemälde entstanden ( Stand 2021).
Kusamas täglicher Schaffensprozess scheint kein Ende zu nehmen.
Die Künstlerin ist daran interessiert, ein immersives Erlebnis für ihr Publikum zu schaffen und hängt die Gemälde in Raster, um einen unendlichen Farb-und Bewegungsraum zu schaffen.
Der*die Betrachter*in taucht unweigerlich kopfüber in ein alles verschlingendes Kusama-Universum, in dem die äußere Welt Kusamas innere Welt vollständig widerspiegelt.

Aufbau der Unterrichtseinheit:
1. Im Reich der tausend Punkte, Zeichnung nach Traumgeschichte, Einzelarbeit (3 Doppelstunden)
2. Yayoi Kusama Biografie (1 Doppelstunde)
3. Yayois Welten , Mix media, Einzelarbeiten zu einem Gruppenbild zusammengefügt (2 Doppelstunden)
4. Bilder in Schwarz/ Weiß, Zeichnung, Einzelarbeit--> Gruppenbild (1-2 Doppelstunden)
5. Infinity-Rooms, Plastisches Gestalten ( 2 Doppelstunden)

Ich habe lange überlegt, wie ich die Kinder auf die Spur von Yayoi Kusama bringen kann, ohne, dass sie ihre Bilder einfach nur nachmalen.
Die Idee, eine Traum-Geschichte zu erzählen, lag da nah.
Die Geschichte ist auch ein wenig angelehnt an ein Erlebnis, das Kusama in ihrer Kindheit hatte:
Sie sitzt in ihrer Küche und schaut lange Zeit auf eine rot-geblümte Tischdecke.
Sie schließt die Augen und als sie diese wieder öffnet, ist der ganze Raum bedeckt von diesem Muster.
Die Wände, der Teppich, die Fenster einfach alles.
Sie hat Angst sich in diesen Punkten aufzulösen, denn sie bedecken auch ihren Körper.
Dazu muss man wissen, dass Kusama seit frühester Kindheit an Halluzinationen litt.
Erst die Kunst macht es ihr möglich, ihre Ängste und halluzinativen Bilder zu kanalisieren und Ruhe zu finden.
In der Traumgeschichte geht es aber nur um einen wunderlichen Traum, in dem die Welt über und über mit Punkten bedeckt ist und sich über den Himmel unendliche Netze ziehen.
Ich bitte die Kinder, Dinge oder Szenen aus diesem Traum zu malen.
In dieser Doppelstunde erzähle ich den Kindern die Geschichte von einem Mädchen, das vor fast 100 Jahren in einer kleinen Stadt in Japan im Schatten der japanischen Alpen geboren wurde.
Meine Schüler*innen lieben Geschichten, aber so eine lange Geschichte, die über fast ein Jahrhundert geht, ist auch für ihre Konzentration eine Herausforderung.
Deshalb erzähle ich die biografische Geschichte von Yayoi Kusama anhand von Bildern von Lillian Gary, The story of Artist Yayoi Kusama.( s.u.)
Das YouTube Video dauert 28 Minuten, ist aber auf Englisch.
Ich habe den Text frei übersetzt und zeige 100 screenshots aus diesem Video.
So kann ich die Geschichte in meinem eigenen Tempo erzählen und direkt auf die Fragen der Kinder eingehen.
Die Geschichte, die ich den Kindern erzähle, dauert ca. 45 Minuten.
Immer wieder kommt es zu Fragen, die ich gerne beantworte!
Natürlich sind die Kinder sehr bewegt von der unglücklichen Kindheit Kusamas.
Auch, dass sie immer noch in der Klinik lebt, irritiert die Kinder.
Wir müssen über vieles sprechen: Kinderrechte vor 100 Jahren, den 2. Weltkrieg, die Stellung der Frau in der Gesellschaft im letzten Jahrhundert, aber auch in der Kunstszene der 70er Jahre und, und und.
Aber wir verlieren die Geschichte nie aus den Augen, die Kinder wollen unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Lebt sie noch? Wo lebt sie? Wie geht es ihr ?
Am Ende begeistert Kusamas Kunst auch meine Schüler*innen, vor allem die Infinity-Räume mit den gepunkteten
Wenn ihr den Erzähltext zum Video oder eine Zusammenfassung ihrer Lebensgeschichte (ebenfalls zum Erzählen für die Schüler*innen gedacht) haben möchtet, meldet euch bei mir.
Ein kleines Faltbüchlein (einfach ein zweimal gefaltetes Kopierpapierblatt) wird von mir zur Differenzierung eingesetzt. Das Tempo der Kinder beim Zeichnen ist doch sehr unterschiedlich.
In dieses Büchlein dürfen die Kinder Dinge zu Yayoi Kusama schreiben oder malen, die sie wichtig finden.
Die anderen zeichnen ihre Traumbilder zu Ende.
Dieses Faltbüchlein zum Leben und zur Kunst von Yayoi habe ich neu entworfen. Es gibt noch einmal kurze Einblicke in Yayxois Leben und ihre Kunst.

So ganz können wir noch nicht von Yayoi loslassen.
Sie und ihr Leben beschäftigen uns doch sehr.
Wir setzen uns nun wieder mit ihren zahlreichen großformatigen Gemälden auseinander.
Noch heute malt Yayoi Kusama alle zwei bis drei Tage ein Bild .
Eine unglaubliche schöpferische Kraft und das mit 97 Jahren!
Wir betrachten verschiedene Kunstwerke und vergleichen die eingesetzten künstlerischen Gestaltungselemente:
Je mehr wir schauen, desto mehr entdecken wir:
Kleine Brillen, Kaffetassen, Köpfe mit einer Haarfrisur wie Yayoi...!
Nach der eingehenden Betrachtung erhalten die Kinder von mir folgende Aufgabe:
Setze die Bildelemente von Yayoi Kusama ein, um ein eigenes Bild zu gestalten.
Das Gestalten der Bilder hat den Kindern sehr viel Spaß gemacht.
Dies hat mehrere Gründe:
Alle Bilder werden zu einem riesigen und sehr beeindrucken Gemeinschaftsbild zusammengeklebt (siehe oben),
Diese Hängung erinnert an verschiedene Ausstellungen von Yayoi Kusama, in denen sie ihre Bilder ebenfalls so eng angeordnet hat.
Ein Raum in der Ausstellung hat mich persönlich neben den bunten und farbenprächtigen Bildern und Lichtinstallationen besonders beeindruckt:
Dieser Raum hing voll großformatiger Schwarz/Weiß-Bilder.
In der bunten Vielfalt der Ausstellung ein fast andächtiger Raum, in dem sich der Besucher und das Auge erholen kann.
Die Begeisterung ist noch nicht abgeebbt.
Viele Kinder greifen die Idee eines schwarz /weißen Bildes auf, nach dem ich ihnen Fotos von meinem Ausstellungsbesuch gezeigt habe.
Das Malen und Umsetzen der einfachen Formensprache mit dem schwarzen Permanentstift reizt, der Malprozess wird zu einem meditativen Erlebnis.
Um Kindern, die die Ausstellung nicht besuchen können eine Idee von der Wirkung der Infinity-Räume zu geben,
gestalten wir einen eigenen Infinity-Room.
Zunächst fertige ich mit den Kinder
kleine Kürbisse aus luftrocknender Modelliermasse an:
Nun können ein paar der Kürbisse hineingesetzt werden.
Unser eigener Infinity-Raum ist fertig!
Und noch heute, 5 Jahre später, begeistert unser kleiner Infinity-Raum meine Schüler*innen immer wieder aufs neue!
Ein Nachbau lohnt sich!
Achtung! 12 Spiegelquadrate bekommt man für ca. 10€ im Baumarkt.
Für einen Infiniy-Raum brauchst du 5 Spiegelquadrate 15cmx15cm.
Bei einer Klassenstärke von 25 Kinder könnte man jedes Kind einen solchen Raum basteln lassen.
Pro Kind käme man auf Kosten von rund 5-6 € ( Ohne Modelliermasse) .
Wenn ich die Einheit nochmal machen sollte, werde ich definitiv jedes Kind seinen eigenen Infinity-Room gestalten lassen! Der Aufwand ich gar nicht so groß! Und die Spiegel sind schnell und dauerhaft mit Gewebeklebband verbunden. Glaubt mir der Einsatz lohnt sich!
Folgende Materialien können bei mir angefragt werden: