Klasse 5, 2018-2019


100 Jahre Bauhaus

Der Stuhl

Vom prunkvollen Thron zum kultigen Stahlrohrsessel

Schüler*innen sitzen laut Studie bis zu 70%  in ihrer wachen Zeit .

Ein erwachsener Deutscher sitzt im Mittel jeden Tag siebeneinhalb Stunden.

Der Stuhl ist also unser täglicher Begleiter. 

Der erste Stuhl im heutigen Sinne (mit vier Beinen und Lehne) war ein Thron. Ägyptische Pharaonen blickten von ihm herab auf das einfache Volk. Schon damals war der Stuhl Merkmal eines hohen Ranges. Lange Zeit blieb das auch so. Der Stuhl war ein exklusives Möbelstück und nur Menschen aus dem Adel oder der Kirche konnten sich einen Stuhl leisten. Der Stuhl war Machtsymbol. Wer auf ihm saß, ob Thron, Bischofsstuhl oder Richterstuhl  hatte ein hohes Amt inne. Er thronte über den einfachen Leuten. Erst im 16. Jahrhundert setzte sich der Stuhl in weiten Kreisen der Bevölkerung durch. Erste Serienanfertigungen von Stühlen gab es im 18. Jahrhundert.  Thomas Chippendale, ein Kunsttischler aus England fertigte sie in seiner Manufaktur an. Seine Stühle verbreiteten sich schnell, zunächst aber nur unter Adeligen und Reichen. Ein Möbelstück für alle wurde der Stuhl erst im 19. Jahrhundert. Michael Thonet, ebenfalls Tischler, erfand in Wien die Technik Holz zu biegen und erstellte so erschwingliche Kaffeehaus-Stühle, die er in großer Zahl produzierte. Die Wandlung des Stuhls vom Machtobjekt zum alltäglichen Möbelstück und Gebrauchsgegenstand war vollzogen! Bis 1930 verkaufte seine Firma mehr als 50 Millionen Stühle!

Taurus, work in progress
Taurus, work in progress

1. Ein Schulstuhl wird zum Thron

1. Doppelstunde: Betrachtung von  Max Ernst Monumentalwerk: Capricorne                                                                                  

    (vorausgegangen ist eine Einheit zu seinen Zufallstechniken)

  • Betrachtung /Beschreibung der Skulptur
  • Analyse der verschiedenen Mensch/Tier und männlich/ weiblich Attribute
  • Entdecken der verschiedenen Gebrauchsgegenstände (Zepterkrone=Eierkarton etc.) aus der die Skulptur geschaffen wurde
  • Interpretation: Stier?Minotaurus? Meerjungfrau?Kind? Sitzmöbel?Thron? etc.
  • Capricorne, Übersetzung des Titels : Steinbock (manche Schüler kennen das Wort aus Tintenherz :) ), Sternkreiszeichen (weitere Sternkreiszeichen werden genannt), Name des Hügels auf dem die Skulptur gebaut wurde
  • Einteilung der Klasse in drei Gruppen

2. Doppelstunde

  •  Auf den Tischen stehen drei alte Schulstühle
  •  jede Gruppe erhält einen Zettel mit jeweils einem Wort ohne Kommentar
  • Gruppe A: Wassermann/ Aquarius
  • Gruppe B: Fische/Piscis
  • Gruppe B: Stier/ Taurus
  • Die mögliche Arbeitsaufgabe wird in den Gruppen diskutiert, schnell kommen die Schüler*innen auf die Aufgabenstellung: Der Stuhl soll in dem Thema des vorgegeben Wortes gestaltet werden.
  • Kurze Erstellung einer Mindmap zum jeweiligen Thema 
  • Spezifizierung der Aufgabenstellung :
  • Der Stuhl soll in einen pompösen aber  bequemen Thron verwandelt werden!
  • Material: Recyclingmaterial aus dem Kunstraum und von zu Hause mitgebracht

Die Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Arbeitsprozess der Kinder. Wie immer bringen solche gemeinsamen Arbeiten in großen Gruppen sehr dynamische Prozesse in Gang auch was die Gruppendynamik betrifft. Und leider fließen- trotz totaler Begeisterung der Schüler*innen- auch immer ein paar Tränen, bis die Gruppenmitglieder sich endlich gefunden haben!!!

  • In einer ersten Zwischenbesprechung wird der Thron den anderen Gruppen präsentiert, werden Schwierigkeiten bei der Konstruktion besprochen und die Throne auf ihre Funktionalität hin überprüft--> Sitzprobe ;)! 
  • In den nächsten 2 Doppelstunden kaschieren die Kinder ihre Konstruktionen mit 2-3 Lagen weißem Papier.
  • Dann werden die Throne mit Acrylfarben bemalt ( 2 -3 Doppelstunden)
  • und mit verschiedensten Materialien thematisch dekoriert

Form follows What?

Workshop im Bröhan-Museum zu der Ausstellung:

Bei einem tollen  Workshop im Bröhan-Museum verfolgen wir an neun verschiedenen Designerklassikern die Entwicklung des Stuhls von einem Handwerksstück zum Massenprodukt.  Was bedeutet Form follows funktion für das Design der Stühle? Finden wir diese funktionalen Stühle auch schön? In der Designerwerkstatt machen wir uns Gedanken über Form und Funktion der ausgestellten Möbel und bauen unser eigenes Design en miniature. Der Fokus liegt dabei auf Gebrauch, Form und Realisierbarkeit. Diskutieren, tüfteln und fantasieren strengstens erlaubt.


Schwarz auf weiß

Reduktion als Mittel zur kreativen Entfaltung

Klasse 5b, 2018

Quadratischer Malkarton (A4, 21x21cm) in weiß und schwarz, Acrylfarbe, Deckfarbe, Fineliner, schwarzes und weißes Papier, Schere, Fäden, Klebestift...., große Bögen Papier/ Packpapier

1. Doppelstunde:

Ich nenne das Thema der neuen Unterrichtseinheit und jetzigen Doppelstunde:

SCHWARZ AUF WEIß

Jedes Kind erhält ein quadratisches weißes Stück Tonpapier.

Weiter werden von mir keine Kommentare und Anweisungen gegeben!! Ich erwähne nur noch, dass man mich fragen kann, wenn man besonderes  Material/Werkzeug benötigt.

Die Schüler*innen beginnen mit der Arbeit. Erst zögerlich, dann immer experimenteller werden Ideen  entwickelt und  Materialien ausprobiert. Durch die Themenstellung sind  die Schüler*innen  in der Farbwahl begrenzt, ansonsten aber ist die Aufgabe sehr offen: 

Der Bildinhalt kann individuell gewählt werden.

Collagieren, Montieren, Zeichnen, Malen, Drucken all diese Techniken können angewendet werden. 

Vom Pinsel über die Zeichenfeder, von der Schere über den Fineliner, vom Lineal über das Spritzsieb werden verschiedene Werkzeuge ausprobiert. Farben, Filz,Watte, Faden und Papier kommen zum Einsatz. 

Jeder gestaltet das weiße  Quadrat nach seinen persönlichen Vorlieben.

In einer Schlussbesprechung stellen die Kinder ihr Lieblingsbild vor und die Technik, in der sie es gestaltet haben.

 2. Doppelstunde:

In dieser Stunde lautet das Thema:

Weiß auf Schwarz

Wieder ist die Aufgabenstellung bis auf die Farbwahl offen!

Doch schnell merken die Schüler, dass die Gestaltung eines schwarzen Bildgrundes die größere Herausforderung darstellt:

Welches "Weiß", welche Technik wirkt auf dem schwarzen Tonpapier? Der Fineliner entfällt als Werkzeug, Deckweiß wird beim Trocknen eher grau und die Wirkung eines weißen Bleistiftes ist erst dann zufriedenstellend, wenn man kräftig aufdrückt.

Am Ende der Stunde wählt jede/r Schüler*in  aus dem persönlichen Fundus seine Lieblingsbilder. Dann sortieren die Kinder die Bilder und kleben abwechselnd ein "schwarzes"  neben ein "weißes"  Bild zu einem Gesamtkunstwerk auf mehrere große Papierbögen.

Durch das schachbrettartige Kleben erhält das Gesamtbild seine optimale kontrastive Wirkung.

Ausblick:

In der nächsten Doppelstunde werden wir uns mit dem Gemälde DREIßIG von Wassily Kandinsky auseinandersetzen, das sich ebenfalls schachbrettartig aus dreißig verschiedenen quadratischen Bildern "zusammensetzt".

Besonders die biomorphe Formensprache Kandinskys wird uns beschäftigen und soll die Schüler*innen 

zu einer  Collage in Positiv/ Negativ Space inspirieren.

Wassily Kandinsky, Dreißig, 1937
Wassily Kandinsky, Dreißig, 1937

Positive/ Negative Space

Collage

Klasse 5, 2019

Material:

Schwarzes Tonpapier A4, weißes Kopierpapier A4, Silhouettenschere , großes weißes Papier in A1, Klebestift

Nach der Bildbetrachtung von Kandinskys Dreißig (s.o.) stelle ich den Schüler*innen, fächerübergreifend zum Mathematikunterricht in dem gerade  Symmetrie und Spiegelungen behandelt wird, das neue Thema vor:

 

Schwarz auf Weiß 2 - Gestaltung eines Bildes mit Hilfe des positiv und negativ Space

 

Die Schüler*innen können:

A. Ein Bild zu einem frei gewähltem Thema gestalten

B. Ein Bild mit Hilfe von vorgegebenen Elementen auf einem Arbeitsblatt (Diff.) gestalten ( Abzeichnen, Ideenpool)

     Diese Elemente sind aus Bildern von Kandinskys "Komposition IX" und aus "Vielfältige Formen" (siehe Downloads          

     unten) 

 

    Unterrichtsdurchführung

  1.  Betrachtung eines Bildbeispiels
  2.  Besprechung der Technik:
  • Bildelemente werden an allen 4 Blattseiten am Rand vorgezeichnet
  • Vorgezeichnete Elemente werden aus dem schwarzen Tonpapier ordentlich ausgeschnitten.
  • Schwarze Elemente werden an der Spiegelachse "umgeklappt" und auf den weißen Bildgrund geklebt.
  • Halbe Elemente  können durch die  "Spiegelung" an der Symmetrieachse optisch zu einem ganzen Element ergänzt werden.--> Welche Dinge eignen sich für eine Ergänzung  durch Spiegelung ? Ist die Spiegelachse besser waagerecht oder senkrecht?

    3. Überlegen eines geeigneten Themas: Weltraum, Unter Wasser, Pflanzen, Stadt...                                                                                        

    4. Vorzeichnung auf  weißem Kopierpapier in A4 oder direkt auf das schwarze Papier

    5. Das Blatt mit der  Vorzeichnung mit kleinen Stückchen Klebeband auf dem schwarzen Tonpapier fixieren

    6. Die Elemente mit der Schere sehr genau ausschneiden (alternativ haben einige Kinder die weißen Elemente  

        ausgeschnitten, auf das schwarze Tonpapier gelegt, mit dem Bleistift umfahren und dann ausgeschnitten)

    7. Die Bildelemente an der Spiegelachse umklappen, das Bild Probe legen ( Achtung!!! Die Bilder werden sehr  

        groß!!!  Teile sollten  nicht über dem Bildrand stehen)  und festkleben.

 

Tipp: Die ausgeschnitten Teile bis zur nächsten Stunde in Klarsichthüllen sammeln.

Achtung! Besonders die kleinen Teile gehen sehr schnell verloren und müssen eventuell "nachgearbeitet" werden...!

 

Das Thema hatte es in sich...! Ich glaube, dass ich es nicht so schnell wiederhole! Die Kinder waren mit ihren Ergebnissen überwiegend sehr zufrieden und die Wirkung der Bilder ist toll, aber für manche/n Grobmotoriker*in  stellte die Technik eine sehr große Herausforderung dar!

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Schwarz auf Weiß, Kandinsky- Elemente 1.
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Schwarz auf Weiß, Kandinsky-Elemente 2.p
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Manche Bilder erinnern stark an die Scherenschnittbilder von Henri Matisse, eine mögliche Weiterführung des Reihe!

Bei uns geht es aber in den nächsten Stunden weiter mit Schwarz auf Weiß 3!


Schwarz auf Weiß 3

Klasse 5c, 1 Doppelstunde, 4 Gruppen

Bierdeckel (viereckig und rund),  schwarze Farbe, evtl schwarzes tape ect.

Die eiserne Hütte der Baba Jaga
Die eiserne Hütte der Baba Jaga

Arbeitsauftrag:

  • Baut eine Skulptur aus den Bierdeckeln
  • Benutzt zum Bauen nur die Bierdeckel und ein weiteres Hilfsmittel.
  • Kleben mit der Klebepistole oder einem Klebestift ist als Hilfsmittel nicht erlaubt!
  • Denkt an das Thema der Einheit: Schwarz auf Weiß!!

Am Anfang ist die Verwirrung groß! Die Kinder spielen mit den Bierdeckeln. Sie werden gelegt und gestapelt, aber das Ergebnis befriedigt keinen. Die Türme kippen um, sie sehen  nicht nach einer Skulptur aus, die sich die Schüler*innen größer und interessanter vorstellen. Das Thema: Schwarz auf Weiß wird  auch nicht erfüllt.

Manche Schüler*innen fragen nach schwarzer Deckfarbe und beginnen mit dem Bemalen der Bierdeckel. Über Farbe und Form der Deckel entsteht die Idee "Weltall" und die Skulptur "Kollision im Weltall". Eine weitere Gruppe hat sich für die Darstellung von (Fantasie-)Tieren in Anlehnung an ein Zebra entschieden,  als Hilfsmittel wählen sie ebenfalls eine Schere und verbinden die Bierdeckel mit Hilfe von Steckschlitzen(...? und seine Freunde

Bei den beiden anderen Gruppen steht die Überlegung welches Hilfsmittel sich zum Bauen eignet, im Vordergrund. Zahnstocher und Schaschlikspieße werden verworfen, da das Bemalen mit schwarzer Farbe zu mühselig erscheint.

Eine Gruppe entscheidet sich für schwarzen Blumendraht, verschiedene Wickelungen werden ausprobiert, aber eine erkennbare Skulptur kommt nach Auffassung der Kinder nicht zustande.

Ich bitte sie, alle ihre Versuche einfach übereinander zu stapeln, die Figur gewinnt an Höhe , wird in Form gebogen, wirkt interessant und geheimnisvoll, ein Anfang ist gemacht und die Skulptur  Baba Jagas Blechbüchse" steht am Ende fest auf dem Tisch.

Eine andere Gruppe bittet um schwarzes Klebeband. Die runden Bierdeckel stellen eine besondere Herausforderung dar.  Mit Hilfe des Tapes werden Würfel angefertigt und gestapelt. Am Ende entsteht die Skulptur "Die Treppe zum Mond".

Diese Doppelstunde war eine wunderbare Übung zum fantasievollen plastischen Gestalten.

Vier voneinander vollkommen unterschiedliche Ergebnisse zeigen den Einfallsreichtum der Kinder.

Eine wichtige Erfahrung für alle: Planlosigkeit zulassen, sie aushalten und  erkennen,  dass  Ideen sich oft erst im künstlerischen Prozess entwickeln.



Gepusteter Zufall-Welche Geschichte steckt in deinem Buch?

Klasse 5c, 2018, 3-4 Doppelstunden

Fotokarton a3, Zeichenfedern in verschiedenen Breiten, schwarze Tinte,Pipette, Strohhalm Tipp-ex, Bleistift, Zeichenvorlagen, evtl. Lineal zum Ausmessen der Mitte

Dieses Unterrichtsthema ist der Abschluss einer Einheit, in der wir uns mit Zufallstechniken beschäftigt haben.

Die Unterrichtseinheit  war wie folgt aufgebaut:

1. Die Frottage- Kennenlernen der neuen Technik

2. Die Rubbel-Ralley- Mit Hilfe der Frottage ein Suchspiel für eine andere Gruppe entwerfen ( siehe unter Schau genau)

3. Die Decalcomanie

4. Wir entdecken den Zufall- Eigene Idee zu Zufallstechniken entwickeln

5. Gepusteter Zufall (s.u.) - Den Zufall gezielt zur Förderung der eigenen Fantasie einsetzen

Kampf der Giganten von Paul
Kampf der Giganten von Paul

Arbeitsschritte:

 1.Zeichnen des aufgeschlagenen Buches:

  • Ein dicker Bildband wird aufgeschlagen vor jeweils zwei Schüler*innen auf den Tisch gelegt.
  • Er wird in Augenhöhe betrachtet.
  • Zuerst zeichnen die Schüler*innen mit Bleistift die untere Linie und das Dreieck (Einband).
  • Dann wird  die Mittellinie gezeichnet. ( Achtung, sie sollte auch in der Mitte des Blattes verlaufen!)
  • Jetzt schauen wir genau, wie der Schwung der Seiten verläuft.
  • Die oberer/hintere Linie der Seiten wird gezeichnet, parallel dazu die vordere obere Seite.(vom Dreieck zum Buchrand)
  • Zu Schluss werden die einzelnen Seiten als schmale Linie angedeutet.
  • Ist die Bleistiftzeichnung fertig, werden die Linien mit Zeichenfeder und Tinte nachgefahren. 

2. Gepusteter Zufall - Welche Geschichte versteckt sich in deinem Buch?

  • Mit einer Pipette wird auf die obere Linie der Seite Tinte geträufelt und mit dem Strohhalm verpustet.
  • Die Tinte trocken fönen.
  • Das Bild  mehrere Minuten oder länger ruhig betrachten. (Welche Dinge entdeckt du?)
  • Mit der Zeichenfeder diese Dinge weiterzeichnen. Evtl. mit Tipp-Ex-Stiften Augen , Zähne oder Umrisslinien malen, um eine versteckte Figur vor dem schwarzen Hintergrund sichtbar zu machen.
  • Ein Thema für das Buch finden und weiter gezielt nach Dingen suchen, die zu diesem Thema passen!
  • In Büchern Ideen und Anregungen zu dem Thema  finden, die der Fantasie beim Suchen auf die Sprünge helfen!

Krimskrams-Maschinen

Klasse 5, 2018, 4-5 Doppelstunden

Kopiervorlagen: Sockel für die Maschinen (Fotokarton a3), Maschinenteile, Krimskramsteile, die man beim Keller aufräumen finden könnte, Teile aus Maschinen von Jean Tinguely, Bleistifte b2,4,6, (Zeichen-) Radierer, evtl. Buntstifte, Lineal,  Klarsichthülle für die ausgeschnittenen Teile, Klebestift

Fächerübergreifend zum Nawiunterricht, in dem es gerade um das Thema Bewegung und Konstruktion geht, sollen die Schüler*innen sich in dieser Unterrichtsreihe mit dem Thema " Maschine" beschäftigen.

Die Kinder erfinden und entwickeln eine Idee für eine neue  Maschine. Die Teile für diese Maschine haben sie im Keller ihrer Großeltern "gefunden".

Am Anfang der Stunde erzähle ich den Kindern die kurze Geschichte von ihrem Kellerfund, dann folgt der Arbeitsauftrag:

  • Du bist ein Konstrukteur und willst aus den Teilen, die du im Keller gefunden hast eine neue, noch nie dagewesene Maschine bauen. Die Maschine muss keine Funktion haben, aber wenn du  möchtest, darf sie etwas produzieren. Es ist eine Fantasiemaschine! Die Produktionsabläufe müssen nicht genau nachvollziehbar sein!
  • Suche dir einen Sockel für deine Maschine aus. Es stehen fünf verschieden Kopiervorlagen (A3) für Sockel zur Auswahl.
  • Suche aus den anderen  Kopiervorlagen ( A4) Dinge, die dir gefallen und die dich inspirieren, d.h. dich auf eine Idee bringen.
  • Schneide die einzelnen Teile sorgfältig aus!
  • Lege deine Maschine erst probeweise , klebe ganz zum Schluss alle Teile auf.
  • Ergänze fehlende Teile (Rohre, Fließbänder, Lampen...), indem du sie dazu zeichnest. Du darfst auch auf einem Extrablatt Dinge zeichnen und sie dann auf dein Blatt kleben.
  • Achte auf den 3-D Effekt deiner Maschine. Klebe Dinge in den Hintergrund und in den Vordergrund                              (Überschneidung)!

Ohne die Maschinen von Jean Tinguely zu kennen , entwickeln die Kinder Ideen für fantastische Nonsense-Maschinen.

(Die Kopier)-Vorlagen für die Sockel, sind  Gerüste/Sockel aus Maschinen, die Tinguely entworfen und gebaut hat.

Ebenso finden sich bei den Kopiervorlagen Elemente, die auch Tinguely immer wieder gerne für seine Maschinen verwendet hat: Bälle, Federn, alte verrostete Alltagsgegenstände und Werkzeuge, Tierschädel, Zahnräder, Autoreifen...!

So kreieren die Kinder unwissend aus dem Baumaterial  von Jean Tinguely ihre eigenen fantastischen Maschinen und erleben in der abschließenden Bildbetrachtung  ein deja vu! Der Wiedererkennungseffekt führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk von Tinguely, zudem sehen sie  die Maschinen in Bewegung ( YouTube)!

Die Kopiervorlagen zu dieser Unterrichtseinheit könnt ihr gerne bei mir anfordern!

Anmerkung: Auch ich suche ständig nach neuen Ideen, diese  habe ich von einem anderen Blog: Kunst im Schulhaus RosenauEine sehr gute Seite, von der ich mir bestimmt noch öfter Anregungen holen werde!


3-D Bild im Pizzakarton

Klasse 5b, 2018, 5 Doppelstunden

1 Pizzakarton pro Kind, Zeichenbleistift, Schere, Klebestift oder Klebepistole, Deckfarben, Deckweiß

Ich bin immer auf der Suche nach günstigem Bastelmaterial. Pizzakartons gibt es im Großhandel sehr billig zu kaufen,  200 Kartons der Größe 30x30 bekommt man dort für 30 €, also weniger als 15 Cent der Karton. Es gibt natürlich auch kleinere Mengen zu kaufen. Aber  Pizzakartons bieten eine Fülle kreativer Möglichkeiten und sie haben einen großen Aufforderungscharakter, ein Großeinkauf lohnt sich!

Am Anfang der Stunde habe ich einen auseinander geklappten Pizzakarton gezeigt , diesen zusammengefaltet und die Aufgabe gestellt:

Entwickelt aus dem Karton ein 3-D Bild, d.h. ein Bild mit mehren  (mindestens 4 ) Ebenen. Dabei stellt der Boden des Pizzakartons die unterste Ebene dar und der Deckel eine der obersten Ebenen.

Achtung: Ihr dürft beim Gestalten des Bildes bzw. der Ebenen nur das Material aus dem Pizzakarton verwenden, zusätzliches Material ist nicht erlaubt!

Der Begriff 3-D wurde noch einmal von den Schüler*innen geklärt und verschiedene Bildideen, die für einen 3-D Effekt geeignet sind, ausgetauscht. Die Kinder durften einzeln  oder zu zweit arbeiten.

 

 

Die genaue Arbeitsanleitung bekommt ihr, wenn ihr auf die folgenden Bilder klickt!

Die Schwierigkeit der Aufgabe lag in der Reduktion des Materials, dies war eine kleine Herausforderung!

Die Bilder aus dem Arbeitsprozess veranschaulichen die Entwicklung der 3-D Bilder:

weitere Ideen für die Arbeit mit Pizzakartons:

Es grünt so grün-monochrome Malerei

Mosaik aus bemalten Pizzakartons
Mosaik aus bemalten Pizzakartons

siehe unter: Klasse 5, 2015

Pizza!Pizza! Male deine Lieblingspizza!

siehe unter: Klasse 6, 2018-2012


Ausflug ins All

Klasse 5b, 2018, 5 Doppelstunden

Die Gesichter der Kinder sind auf dem Original nicht mit einem Visier verdeckt!
Die Gesichter der Kinder sind auf dem Original nicht mit einem Visier verdeckt!

Aufbau der Unterrichtseinheit

Fächerübergreifend zum Naturwissenschaftlichen Unterricht machen wir einen Ausflug ins All.

  • Zeichnen eines Astronauten
  • Hintergrundgestaltung: Weltall
  • Malen der acht Planeten unseres Sonnensystems und der Sonne
  • Collage von Raketen und Satelliten
  • Modellieren unbekannter Lebensformen (Aliens, oben nicht im Bild)

1. Zeichnen eines Astronauten

3 Doppelstunden

Zeichenbleistifte, evtl. Zeichenradierer, evtl. Zeichenwischer,Fotokarton A 4, zahlreiche Vorlagen von Raumanzügen aus dem Internet in verschieden Schwierigkeitsstufen (Perspektive,Faltenwürfe, Instrumente) Schere , Portraitfoto von jedem Schüler

Die fertigen Zeichnungen habe ich mit nach Hause genommen und das Portraitfoto auf die Größe des Helms angepasst und ausgedruckt.

2. Das Weltall

1 Doppelstunde

6 Fotokartons 120x80cm, schwarze Acrylfarbe, grüne,blaue, rote und weiße Acrylfarbe, Schwämme, Pinsel, Zahnstocher, Malkittel

Zunächst wird der ganze Fotokarton mit schwarzer Acrylfarbe bemalt. In die noch feuchte Farbe werden mit dem Schwamm die Galaxien  in Gelb, Rosa, Grün oder Blau getupft und, wenn nötig , mit schwarzer Farbe begrenzt oder korrigiert. Sind die Kinder mit ihrem Ausschnitt des Weltalls zufrieden, spritzen sie  weiße Acrylfarbe (ein wenig mit Wasser verdünnt)  mit dem  Pinsel auf das Weltall . Größere weiße Kleckse können mit dem Zahnstocher in Sternenform gezogen werden.

3. Planeten, Satelliten und Außerirdische

1 Doppelstunde plus Pause!

In dieser Stunde standen drei Stationen zur Auswahl, an den die Kinder arbeiten konnten.

  • Planeten malen
  • Satelliten und Raketen collagieren
  • Aliens montieren

1. Station: Planeten malen

Bildvorlage der acht Planeten +Sonne und Bild von derem Größenverhältnis, verschieden große kreisrunde Formen, wasservermalbare Aquarellstifte, Schere, Fotokarton

2. Station: Satelliten und Raketen/Raumschiffe collagieren

Kataloge: Heimwerker, Haushalt, Manufaktum!!, Uhren, Autos (alle in denen man metallisch glänzende Dinge findet), Schere, Klebestift, schwarzer Karton

3. Station: Aliens modellieren

Eigentlich wollte ich Fotos der Aliens  in das Gemeinschaftsbild,s.o., kleben, aber dann würde das Weltall wohl wegen Überfüllung geschlossen! Deshalb bekommen sie jetzt ihren eigenen Planeten.
Eigentlich wollte ich Fotos der Aliens in das Gemeinschaftsbild,s.o., kleben, aber dann würde das Weltall wohl wegen Überfüllung geschlossen! Deshalb bekommen sie jetzt ihren eigenen Planeten.

Ü-Eier-Reste,  Knete

Aus  Ü-Eier-Resten kreierten  die Kinder mit Hilfe der Knete neue Wesen und unbekannte Lebensformen. Keine einfache Aufgabe, denn die Schüler*innen sollten von ihrer herkömmlichen Vorstellungen von Armen, Beinen  und auch 2 Augen, Nase und Mund abweichen. Dies gelang nicht immer, aber  trotzdem sind mit unglaublich viel Spaß sehr lustige und fantastische Wesen entstanden.


Universumspiele

Brettspiele der Klasse 5b, 2018

4 Holzbretter, ca 1oo x 70 cm, Acrylfarben, Holzreste,Korken für die Spielfiguren...

Nachdem die Klasse sich im Naturwissenschaftlichen Unterricht mit dem Weltall beschäftigt hat, entstand die Idee, Brettspiele für andere Klassen zu diesem Thema zu entwickeln. In vier Gruppen wurden vier unterschiedliche Brettspiele zum Thema " Universum" entworfen und gestaltet. Ein Spielverlauf wurde ausgedacht, Fragen und Antworten sowie Ereigniskarten  wurden von den Schüler*innen aufgeschrieben. Neben einem ansprechenden und funktionalen Spielfeld wurden auch zum Spiel passende Spielfiguren kreiert.

Super geeignet für einen fächerübergreifenden Unterricht!

Die Beurteilung der vier Brettspiele wurde  von zwei 6. Klassen übernommen. Sie testeten im Spiel die Spiele auf ihre Spieltauglichkeit: 

  • Ist das Spielfeld ansprechend gestaltet, so dass man Lust auf das Spiel bekommt?
  • Passen die Spielfiguren zum Spiel? Wie originell sind sie gestaltet? Stehen sie gut, oder fallen sie um?
  • Versteht man die Spielanleitung? Sind die Fragen verständlich? Macht das Spiel Spaß?                                        

 

 

 

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