Untwerrichtsbeispiel zu Jean- Michel Basquiat


Skelettbilder

Be wild, wie Basquiat

Klasse 6, 2024, 3-4 Doppelstunden

Schwarzer Fotokarton in A3, weißer, weicher Zeichenbleistift,Acrylfarben, Ölkreide, Pastellkreide

Eigentlich wollte ich in meinem Kunstunterricht die Nachgestaltung von Künstler*innen nicht mehr machen.

Aber manchmal passt es dann doch, bzw. geht es nicht anders.

Da ich in Naturwissenschaften das Thema " Skelett" durchnehme,

drängten sich die neo-expressiven Bilder von Jean-Michel Basquiat geradezu auf.

So haben wir uns zunächst  mit der Biografie von Jean-Michel Basquiat befasst, seine Werke betrachtet,

seine Bild- und Zeichensprache  und den expressiven Farbauftrag  analysiert.

 

Unterrichsaufbau:

1. Doppelstunde

Biografie und Werk von  Jean-Michel Basquiat

 

2. Doppelstunde

Malen eines Skeletts auf schwarzen Fotokarton

Im Gegensatz zum Nawiunterricht, in dem die Kinder die Anzahl und Namen der Knochen exakt bestimmen   

müssen , sollen sie nun mit weißem Zeichenstift die Knochen eines Skeletts oder eines Schädels expressiv zeichnen.

Die Anzahl der Rippen spielt dabei ebensowenig eine Rolle wie das genaue  Zeichnen des Beckenknochen.

Das Skelett soll aber als solches zu erkennen sein.

Gar nicht so einfach, sich nun vom Wissen im Kopf zu lösen.

Das expressive Zeichnen und später auch das Malen findet im Stehen statt.

Nur so kann man mit ganzem Körpereinsatz ausdrucksstark und wild den Zeichenstift und Pinsel schwingen.

 

3. Doppelstunde

Malen eines expressiven Hintergrunds mit verschiedenen Acrylfarben

Ein absolutes Muss: Breiter Borstenpinsel  (Nr. 8-10),  so kann man verhindern, dass die Kinder nicht ins Detail gehen und expressiv die Farbe auftragen.

Vor ihrer Skelettzeichnung stehend beginnen die Kinder mit dem Farbauftrag,

dabei darf auch ruhig ein wenig über das Skelett gemalt werden.

Zunächst gehen die Schüler*innen sehr  zögerlich ans Werk.

Das wilde Malen liegt den meisten gar nicht.

Sie haben Angst, etwas falsch zu machen. Aber in der Kunst gibt es keine Fehler!!!

Ich sage ihnen: "Seid wild!" und zeige, wie der Pinsel über das Blatt fliegen muss.

Der Kopf wird ausgeschaltet, nur die Augen schauen!

Und so allmählich klappt es und... es macht immer mehr Spaß.

 

4. Doppelstunde

Symbole und Schriftzeichen

In dieser Stunde wird die Farbwirkung  durch Pastellkreide erhöht ( d.h. wir intensivieren die Farbflächen mit kontrastiven oder aufhellenden Pastellkreidefarben)

Schriftzeichen und Symbole werden mit Ölkreiden ins Bild gemalt.

Ich lasse den Kinder offen, ob oder welche Ausssagen sie auf das Bild bringen, ich möchte nur keine Beleidigungen.

Auch hier tun sich die meisten Kinder zunächst schwer, Dinge nicht zu ordentlich auf das Bild zu bringen.

Viele glauben, das Bild sei nach ein paar Zeichen fertig,

doch ich schicke sie immer wieder zurück und lasse sie neue Elemente  und Zeichen einfügen.

Das schöne ist, alle erkennen, dass ihr Bild dadurch immer besser und interessanter wird und eine Tiefenwirkung entsteht.

Jedes Kind ist am Ende sehr stolz auf sein Bild.

 

Diese Stunden waren harte Arbeit mit vollem Körpereinsatz für die Kinder.

Und die Lehrerin war sehr beschäftigt, das wilde Malen zu initieren.

Deshalb gibt es zu dem Malen mit Acrylfarben auch nur so wenig Bilder, s.u.  :-).

 

5.Doppelstunde

    Betrachtung und Aufhängung der Bilder

Zu dieser Unterrichtseinheit gibt es, auf Anfrage, ein Skelettdomino und eine Kurzbiografie zu Basquiat und anderen abgebildeten Künstlern.

Ich habe die Kinder das Domino legen lassen.

Gruppen/ Kinder, die fertig waren bekamen Biografien zum Lesen.