Klasse 6, 2018


Stencil-Art

Temporäre Kunst mit Kreidespray

Klasse 6c, 2018- 4 Doppelstunden

Pappen oder Folien, zeichenbleistift, Cutter, Schere, Schneideunterlage, Kreidespray in Neonfarben, Zeitungen

Das war wirklich eine tolle Aktion zum Ende des Schuljahres und zum abschließenden Schulfest!

Fünf Wochen lang haben die Kinder Schriftzüge oder Bildmotive entworfen und diese am Morgen vor dem Schulfest auf den Schulhof gesprayt.

  • Als erstes sammelten wir Ideen  zu Wörtern/ Motiven.
  • Dann wurden die Schriftzüge entwickelt und auf die Pappen gezeichnet. Hierbei sind die Erfahrungen aus dem 1. Schulhalbjahr beim Thema Graffiti mit eingeflossen.
  • Die Buchstaben und Motive wurden mit dem Cutter ausgeschnitten. Achtung! Hier sind Schneideunterlagen notwendig, entweder aus Kunststoff oder aus fester Pappe. 
  • Eventuell muss man vor dem Schneiden Stege/Brücken einzeichnen, damit Elemente nicht herausfallen. Da jedoch auf dem Boden gesprayt wird, kann man z.B. das ausgeschnittene Dreieck vom A einfach wieder hineinlegen. Bei den Motiven ist dies anders, sie wirken nicht, wenn Elemente herausfallen, hier sind Brücken unbedingt nötig!
  • Dann kann endlich gesprayt werden! Die Dosen in einem guten Abstand halten, sonst fließen die Farben unter die Pappe und die Konturen verschwimmen.
  • Ich habe acht Dosen im Internet bestellt und bin mit der Farbqualität und schnellen Lieferung sehr zufrieden gewesen! Schuleinrichtungsbedarf Firma Merkwitz. Die Dosen kosten 6,40 € das Stück. Ich hätte  für die Aktion   12 Dosen (kosten dann nur 5, 90€) kaufen sollen! 

Nun sind wir alle gespannt, wie lang die Kreidefarbe hält! 

Diese tolle Sprayaktion werde ich mit Sicherheit wiederholen!


Bunte Stuhlparade

Klasse 6c, 2018

Stühle aus dem Kunstraum, Schmirgelpapier, Acrylfarbe, Schwarzer Edding, Klarlack

Die Stühle in unseren Kunstraum sind schon sehr alt und sehen ein wenig schäbig aus. Sie sind aber stabil und praktisch und es wäre einfach zu  schade, sie gegen neue auszutauschen. 

Deshalb erhalten sie eine Schönheitskur:

  • Auf einer Kreisschablone, die der Größe des Stuhles entspricht, machen wir erste Entwürfe und Skizzen.
  •  Dann schmirgeln wir die schmutzige Holzoberfläche glatt.
  • Jeder Stuhl wird mit weißer Acrylfarbe grundiert , damit die  Farben später auf  dem weißen Untergrund besser leuchten!
  • Mir dem Zeichenbleistift wird der Entwurf  auf die grundierte Sitzfläche übertragen.
  • Nun kann das Motiv mit Acrylfarbe ausgemalt werden.
  • Die Umrisslinien werden mit einem dicken Edding gezogen.
  • Ist die Sitzfläche fertig bemalt, wird das Bild 3mal mit Klarlack versiegelt. Ich hoffe, so halten die wirklich tollen Bemalungen ein paar Jahre.

Einziger Nachteil dieser Aktion: Es gibt absolute Lieblingsstühle-/ motive ! Um deren "Besetzung" die Mitschüler*innen der anderen Klassen nun regelmäßig am Anfang der Kunststunde "kämpfen" ;)  !


Neue Nanas

Klasse 6a, 2018, 6-8 Doppelstunden

Luftballons,Malerkrepp, Papier zum Kaschieren, Zeitungspapier, Kleister,Ü-Eier verpackung für brüste, Toilettenpapierrollen für Beine und Arme, Acrylfarben, kleine Holzplatte (0ptional), Klarlack

Eigentlich wollte ich nie wieder Nanas im Unterricht gestalten!!! Zu schwer, zu aufwendig und zu langwierig!

Und überhaupt möchte ich keine Kunstwerke mehr direkt nachgestalten lassen.

Aber die Klasse 6a- begeistert durch die Bilder von Nikis Tarotgarten- hat mich überredet. Zum Glück, möchte ich sagen! Es war wirklich toll,  den Arbeitseifer der Kinder über Wochen zu beobachten, die gestalterische Liebe, die sie in ihre Nana gaben, Jungen wie Mädchen. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Die Unterrichtsreihe war/ist wie folgt aufgebaut:

  • Mosaikgestaltung eines Spiegels (siehe Kasse 6, 2017) , mit anschließender Betrachtung der Skulpturen  aus Nikis Tarotgarten
  • Biografie Niki de Saint Phalle
  • Gestaltung von Nanas  

es folgt:

  • Collagieren  und Zeichnen von Krimskramsmaschinen  ( Bilder s.u.)
  • Die fantastischen Maschinen von Jean Tinguely ( Anm. Jean Tinguely war jahrelang der Lebenspartner von Niki de Saint Phalle)
  • Biografie und Werk von JeanTinguely

Arbeitsschritte:

    1. Doppelstunde:

  • einen großen und einen kleinen Luftballon mit Malerkreppband verbinden
  • Brüste aus Joghurtbechern, halben Bällen oder Ü-Eiern mit Malerkrepp auf dem großen Luftballon fixieren
  • Grundskulptur kaschieren mit Kopierpapier und Kleister (hier besteht die Gefahr, dass der Luftballon platzt!) 

2. Doppelstunde:

  • an der getrockneten Grundskulptur werden Arme und Beine mit der Klebepistole befestigt
  • die Toilettenpapierrollen längs aufschneiden und die Dicke der Arme und Beine so variieren
  • zum Befestigen am Körper, den Rand der T-Rollen fächerartig ca 1,5 cm aufschneiden und nach außen umknicken, so hat man mehr Klebefläche
  • Arme und Beine kaschieren
  • Entwürfe für die Bemalung entwickeln

3.-6./8. Doppelstunde:

  • Bemalung der Nanas mit Acrylfarben
  • Bemalung des Sockels
  • Lackieren der Nanas (nur wer möchte)

 

 

 

 

 

 

So geht es auch:

Diese Nana wurde nur aus Zeitungspapier 

gewickelt und mit Malerkrepp in Form gebracht!

Damit umgeht man das Risiko, dass ein Luftballon platzt.

Aber die runden, glatten Oberflächen der Niki-Nanas sind so nicht zu bekommen.

Man muss das Zeitungspapier sehr straff und sorgfältig mit Malerkrepp umwickeln, um nicht zu viele Falten zu bekommen.

Wegen des unebenen Untergrundes sind diese Nanas  schwer zu bemalen!

Meine Schüler*innen durften sich frei entscheiden, welche Technik sie für ihre Nana anwenden.

Ich persönlich finde diese Nana besonders eindrucksvoll und gelungen, eine herausragende  Skulptur!


KrimsKrams-Maschinen

Klasse 6a, 2018, 4-5 Doppelstunden

Kopiervorlagen: Sockel für die Maschinen (Fotokarton a3), Maschinenteile, Krimskramsteile, die man beim Keller aufräumen finden könnte, Teile aus Maschinen von Jean Tinguely, Bleistifte b2,4,6, (Zeichen-) Radierer, evtl. Buntstifte, Lineal,  Klarsichthülle für die ausgeschnittenen Teile, Klebestift

Nachdem wir uns intensiv mit Niki de Saint Phalle und ihrem Werk und  Leben auseinandergesetzt haben, wenden wir uns nun ihrem langjährigen Lebensgefährten Jean Tinguely und seinen Maschinen zu:

 

Ohne Tinguelys Maschinen zu kennen,  sollen die Kinder eine Idee für eine neue  Maschine mit Hilfe der Collage entwickeln und Teile ihrer Maschine zeichnerisch ergänzen. 

Am Anfang der Stunde erzähle ich den Kindern die kurze Geschichte von einem Kellerfund / Dachbodenfund im Haus ihrer Großeltern, dann folgt der Arbeitsauftrag:

  • Du bist ein Konstrukteur und willst aus den Teilen (Kopiervorlagen), die du im Keller/auf dem Dachboden gefunden hast eine neue, noch nie dagewesene Maschine bauen. Die Maschine muss keine Funktion haben, aber wenn du  möchtest, darf sie etwas produzieren. Es ist eine Fantasiemaschine! Die Produktionsabläufe müssen nicht genau nachvollziehbar sein!
  • Suche dir einen Sockel für deine Maschine aus. Es stehen fünf verschieden Kopiervorlagen (A3) für Sockel zur Auswahl.
  • Suche aus den anderen  Kopiervorlagen ( A4) Dinge, die dir gefallen und die dich inspirieren, d.h. dich auf eine Idee bringen.
  • Schneide die einzelnen Teile sorgfältig aus!
  • Lege deine Maschine erst probeweise , klebe ganz zum Schluss alle Teile auf.
  • Ergänze fehlende Teile (Rohre, Fließbänder, Lampen...), indem du sie dazu zeichnest. Du darfst auch auf einem Extrablatt Dinge zeichnen und sie dann auf dein Blatt kleben.
  • Achte auf den 3-D Effekt deiner Maschine. Klebe Dinge in den Hintergrund und in den Vordergrund                              (Überschneidung)!

Ohne die Maschinen von Jean Tinguely zu kennen , entwickeln die Kinder eigene Ideen für fantastische Nonsense-Maschinen.

(Die Kopier)-Vorlagen für die Sockel, sind  Gerüste/Sockel aus Maschinen, die Tinguely entworfen und gebaut hat.

Ebenso finden sich bei den Kopiervorlagen Elemente, die auch Tinguely immer wieder gerne für seine Maschinen verwendet hat: Bälle, Federn, alte verrostete Alltagsgegenstände und Werkzeuge, Tierschädel, Zahnräder, Autoreifen...!

So kreieren die Kinder unwissend aus dem Baumaterial  von Jean Tinguely ihre eigenen fantastischen Maschinen.

In meiner abschließenden PowerPoint-Präsentation war der Deja Vu- Effekt groß!

Immer wieder ging ein Raunen durch die Klasse, wenn ein Sockelelement  oder Teile wie Bälle, Schädel oder Federn in einer Tinguely-Maschine entdeckt wurden. Der Wiedererkennungseffekt führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk von Tinguely. Wieso benutzt er Teile vom Schrottplatz? Wieso tauchen zunehmend Tierschädel in seinem späteren Werk auf? Was ist, im zeitlichen Kontext betrachtet , das Neue, Spektakuläre  an dieser Kunst? Deutlich erkennen wir Nikis Einfluss bei manchen Maschinen!

Auf YouTube schauen wir uns seine Anti-Maschinen insbesondere seine Zeichenmaschinen (Sockel) an ,sprechen über Mengeles Totentanz   und begleiten die Klamauk-Maschine auf Tinguelys Beerdigung bei ihrem Weg durch Fribourg!

 

Anmerkung: Auch ich suche ständig nach neuen Ideen, diese  habe ich  von dem Blog: Kunst im Schulhaus Rosenau  . Die dort gezeigten Bilder haben mich sehr inspiriert und ich habe  die oben präsentierte Unterrichtseinheit daraus entwickelt. 

Die Kopiervorlagen für diese Unterrichtseinheit könnt ihr gerne bei mir anfordern!

 

 

 

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