Klasse 1-3, 2017


Herbststurm

Jül 8, 2017 , 2 Doppelstunden

Deckfarben, Buntstifte, ZEITUNGSPAPIER, Illustrierte, Weißes Zeichenpapier A4

Der Orkan Xavier hat uns letzte Woche voll erwischt und die Kinder und auch mich mit seiner Kraft schwer beeindruckt. 

Schon in der Woche zuvor hatten wir den Hintergrund des Bildes gemalt und teilweise Bäume geklebt.

Es sollte ein Herbstbild werden, aus aktuellem Anlass haben wir es in ein Sturmbild verwandelt und die Dynamik des 

Orkans ist in allen Bildern unschwer zu erkennen.

Dabei sind wir wie folgt vorgegangen:

 

1. Doppelstunde:

  • Sammeln von Herbstlaub und Gespräch über die Farben des Herbst
  • Mischen von Herbstfarben und Bemalen des A4 Blattes
  • Bild trocknen lassen oder fönen 
  • Bäume aus Zeitungspapier reißen und kleben ( Verästelung der  Baumstämme: Betrachten der Bäume vor dem Fenster)

2. Doppelstunde:

  • Gespräch über den Orkan : Umgestürzte Bäume; Regenschirme, die weggeflogen sind; Bäume, die sich stark im Wind geneigt haben; abgebrochene Äste etc.
  • Die nächsten Bäume werden schief ins Bild geklebt, Äste  fliegen durch die Luft oder liegen abgebrochen auf dem Boden.
  • Ich zeige den Kindern, wie man einen Regenschirm zeichnet.
  • Der Regenschirm wird auf ein Extrapapier gezeichnet, ausgemalt (Buntstifte oder  Deckfarben) und ausgeschnitten.
  • Der Regenschirm wird so in das Bild geklebt, dass er "wegfliegt".
  • Zum Schluss wird in Illustrierten nach Herbstfarben gesucht. Aus dem Papier werden Herbstblätter gerissen und aufgeklebt, wer möchte kann auch Blätter zeichnen. 
  • Bewegungslinien bringen  zusätzliche Dynamik ins Bild.

Stiefmütterchen

Jül 8 und Jül 6, 2017, 1 Doppelstunde

Material: Ölkreide und Zauberfarbe (Holzbeize), Rosa Fotokarton,Format 70x100, StiefMÜTTERCHEN und Hornveilchen , 1 Schablone zum Legen

Fotokopien von verschiedenfarbigen Stiefmütterchen

Auf den Tischen stehen kleine Blumentöpfe mit Hornveilchen in verschiedenen Lila- und Blautönen. Die Kinder betrachten und befühlen die Blumen, die Form der Blütenblätter.

Fünf einzelne Blätter hat die Blüte, das untere Blütenblatt ist sehr groß und länglich und "sieht  wie zwei Blätter zusammen" aus, die anderen 4 Blätter befinden sich "wie Schuppe aufgereiht" dahinter. In der unteren Mitte liegt "ein kleines Loch, ein Kuhle", von dem die Blätter ausgehen. Darunter hat die Blüte "einen dunklen Fleck mit Streifen".

Ich habe 5 Schablonen in Form der fünf Blütenblätter zugeschnitten, die die Kinder nun gemeinsam zu einer Blüte probelegen. Dabei wir schnell klar, dass die kleine runde Vertiefung in der Blüte nicht verdeckt werden darf und sehr charakteristisch für das Stiefmütterchen ist.

Die Kinder beginnen beim Zeichnen mit genau diesem kleinen Kreis. Dann folgt das untere Blütenblatt, danach werden die hinteren Blätter gezeichnet. Die Form wird mit einem hellen z.B. gelben Stift vorgezeichnet, so kann man später noch Korrekturen vornehmen und darübermalen. Mit hellen Farben wird ausgemalt, wobei es immer interessanter ist, verschiedene Töne einer Farbfamilie übereinander zu malen. Zusätzlich zu den echten Blumen gibt es noch Farbkopien,

auf denen die unglaubliche Farbenvielfalt der Stiefmütterchen zu sehen ist. Die Schüler*innen dürfen sich ihre Farbvariante frei wählen. Ist die Blüte fertig ausgemalt, kann der besondere Fleck und die Streifen mit einer dunkleren Farbe in das untere Blütenblatt gemalt werden. Andeutungen von Blättern und Gras geben dem Bild Dynamik. Ganz zum Schluss wird der Hintergrund mit Zauberfarbe (siehe unter Tipps und Tricks und....) in das Bild gebracht.

Das Malen der Stiefmütterchen war-auch wegen des großen Formates- eine echte Herausforderung für alle, zum Glück hatte ich  große Unterstützung durch eine Studentin bei diesem Thema!


Unterrichtseinheit zum Thema "Türme"

  • Türme aus Pappe bauen
  • Spaghettitürme bauen
  • Türme aus Zeitungspapier bauen
  • Funktion von Türmen, besondere Berliner Türme
  • Türme von Friedensreich Hundertwasser
  • Hundertwasser, der Architekt: Zwiebeltürme,Baumrecht und Fensterrecht....
  • Türme im Hundertwasserstil, Malen mit Deckfarben

Türme erfüllen die unterschiedlichsten Funktionen:

  • sie bieten Schutz und Orientierung
  • dienen der Verteidigung
  • demonstrieren Macht und Stärke und technisches Know how

Noch ist unklar, seit wann der Mensch Türme baut, aber das der Turm ihm durch seine überlegene Position Vorteile bietet, ist dem Menschen schon seit langem klar.

Der älteste archäologische Fund eines Turmes stammt aus dem Jahr 7500 v. Chr.: der Turm von Jericho.

Einer der bekanntesten Türme der Menschheit, der Turm zu Babel wurde 600 v. Chr. fertiggestellt. Im Mittelalter dienten Türme der Überwachung römischer Grenzanlagen. Sie wurden aber auch zu Prestigezwecken gebaut, wir z. B im sogenannten " Manhattan" der Toskana, in San Gimignano.

Der Pariser Eiffelturm ist ein Symbol für die Industrielle Revolution, durch moderne Baustoffe wie Stahl und Beton war seine Konstruktion etwas vollkommen Neues.

( aus: www.planet-wissen.de-architektur)

Auch Berlin ist eine Stadt der Türme. Der Fernsehturm auf dem Alexanderplatz ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden, der Grunewaldturm ein beliebtes Ausflugsziel, der Radarturm auf dem Tempelhofer Feld besticht durch seine Funktionalität oder aber , in unserer unmittelbaren Umgebung,  der "Bierpinsel", der wohl bunteste Turm in ganz Berlin.

In den nächsten Stunden werden sich die Schüler*innen mit dem Bauen von Türmen und im Anschluss mit der Bedeutung von Türmen sowie einigen der zahlreichen Berliner Türme beschäftigen.

JüL8 und JüL6, 2017 (10 Doppelstunden)

1. Türme aus Karton

Karton und schere

1Doppelstunde

Nachdem jedes Kind eine große Pappe erhalten hat, lautet der Auftrag, daraus -nur mithilfe der Schere- einen stabilen Turm zu bauen! Dabei darf die Pappe in mehrere Teile zerschnitten werden.

Die Stabilität des Turmes wird in  einem besonderen Testverfahren überprüft:  Ich gehe -wie der böse Wolf in der Geschichte von den drei kleinen  Schweinchen-  herum und puste ! Was für allgemeine Spannung und Freude sorgt, so dass mir bald der Atem ausgeht ;)!

Das Bauen kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit erfolgen.

Ich lasse  die Schüler*innen 10 Minuten frei experimentieren, dann unterbreche ich die Arbeit für eine kurze Zwischenbesprechung, in der sich die Kinder über ihre verschiedenen Techniken austauschen  und sich Tipps von ihren Mitschüler*innen abholen!

In jeder Klasse findet sich mindestens eine Gruppe, die das Steckprinzip (Einschnitte in den Pappen) anwendet und bald zeigt sich hier der Vorteil beim Bauen, die Türme  sind am Stabilsten (wenn man für ein gutes Fundament gesorgt hat) und man kann sehr hoch bauen, so wird das erfolgreiche Steckprinzip sehr schnell von den anderen Gruppen kopiert.

Am Ende der Stunde präsentieren alle Schüler*innen ihre Türme und erläutern ihre Bauweise.

Mancher Turm wurde zum Schluss bemalt und in eine Skulptur verwandelt, nicht immer entstand ein "echter" Turm, aber  immer ein  sehenswertes Bauwerk! 

2. Spaghetti-Türme

Material: Hartweizennudeln (ca. 5 Packungen pro Klasse), Knete

1 Doppelstunde

Die Unterrichtsreihe " Türme" wird in dieser Stunde fortgesetzt!

Die Kinder dürfen allein, in Zweiergruppen, maximal Dreiergruppen arbeiten.

Jede Gruppe erhält eine halbe Packung Spaghetti und Knete.

Aus diesem Material sollen die Kinder Türme bauen. Diese Aufgabe erweist sich als weitaus schwieriger, als das Bauen von Türmen aus Karton. Die Spaghetti zerbrechen sehr leicht!

Mit der Knete werden die Spaghetti am Boden befestigt und miteinander verbunden.

Nach einer experimentellen Phase von ca. 10 Minuten tauschen wir unsere Erfahrungen aus:

  • Mehrere Spaghetti, mit Knete verbunden, sind viel stabiler zum Bauen
  • die Knete hat ein Eigengewicht, man muss aufpassen, dass durch dieses Gewicht das Bauwerk nicht einstürzt
  • auf Pappe gebaute Türme halten nicht so gut, da die Knete auf dem Karton nicht haftet, die Tischplatte bietet eine bessere Haftung
  • ein Turm , der nach oben schmaler wird, ist einfacher zu bauen und hält besser
  • baue ich den Turm wie ein Gerüst in die Höhe, brauche ich Mittel- und Seitenstreben für die Stabilität

Trotz der schwierigen Aufgabe lassen sich die Schüler*innen nicht entmutigen und fangen, auch wenn ihr Turm mehrfach einstürzt, immer wieder neu an. Die Aufgabe, einen  (hohen) Turm zu bauen, ist eine echte Herausforderung, aber unabhängig von der Altersstufe  zu bewältigen. Die Erstklässler zeigen sich in ihrem Ideenreichtum und ihren Einfällen  genauso pfiffig, wie die Zweit-und Drittklässler. Jeder bewältigt die Aufgabe auf seine individuelle Weise. Konzentration und motorisches Geschick ist bei allen gefragt.

Am Ende werden die fotografierten Türme abgebaut, einen Transport nach Hause würden diese fragilen Bauwerke leider nicht überstehen!

3. Türme aus Zeitungspapier

1 Doppelstunde

Auch in der dritten Doppelstunde bauen wir Türme, denn die Motivation der Schüler*innen ist ungebrochen.

Diesmal wird die Klasse in drei altersgemischte Gruppen aufgeteilt. Dabei müssen die Schüler*innen kommunizieren, miteinander kooperieren, aufeinander Rücksicht nehmen, sich absprechen und einigen, das ist nicht immer einfach!

Die Türme sollen  aus einzelnen Zeitungsblättern und Klebeband gebaut werden. Nach einer kurzen Experimentierphase findet, wie immer, eine Zwischenbesprechung statt. Die Resultate sind für die Kinder unbefriedigend, alle Falt- und Rollvarianten bieten nicht genügend Stabilität für den Turmbau. Gemeinsam überlegen wir  Verbesserungsvorschläge, am Ende zeige ich den Schüler*innen ,wie man das doppelte Zeitungsblatt in der Mitte faltet und dann ganz eng zusammenrollen muss (am besten über Eck anfangen), um die größtmögliche Stabilität zu erreichen. Nun werden in jeder Gruppe zahlreiche "Stäbe" produziert und es wird mit dem Bau des Turmes  begonnen. Die Herausforderung besteht darin, einen sehr  hohen Turm zu bauen!

Zum Ende der Stunde merken alle, wie wichtig jedes einzelne Gruppenmitglied ist. Als der Countdown der letzten Minuten läuft,  hat die Aufregung alle erfasst und hektisch werden Versuche unternommen, den Turm noch ein wenig höher zu bauen! Der einen Gruppe gehen dabei die Zeitungs"stäbe" aus und es muss in Windeseile nachgerollt werden. Da ist jede Hand gefragt! Nur gemeinsam ist man erfolgreich, das ist die Erkenntnis dieser Stunde!

Und nicht nur der höchste Turm hat gewonnen, es gibt auch einen Gewinner  für die stabilste Konstruktion und das ausgefallenste Design. Eine "Medaille" für tolle Gruppenarbeit haben sich sowieso alle verdient!!!

1 Doppelstunde

In der nächsten Stunde werden wir uns verschiedene berühmte Türme und auch Berliner Türme anschauen und uns mit dem Künstler und Architekten Friedensreich Hundertwasser,   seinen Zwiebeltürmen und seiner besonderen Architektur beschäftigen.

4.Hundertwassertürme

JüL 6 und JüL 8, 2017

Material: Deckfarben, DeckWEISS, Karton 50 cm x 40 cm

2 Doppelstunden

Die Erkenntnisse über die Architektur von Friedensreich Dunkelbunt Regentag Hundertwasser fließen in das Malen der Türme mit ein, aber der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Türme dürfen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit gemalt werden.

Dazu werden, wenn gewünscht, mehrere Pappen mit Paketklebeband aneinander geklebt.

In der zweiten Doppelstunde wollten die meisten Schüler*innen ihren Turm verlängern, der höchste Turm hat jetzt eine Länge von zwei Metern erreicht!


Unterrichtseinheit " Alles Weiß"

  • Papiercollage zum Thema
  • Gestaltung einer Winterlandschaft aus weißen Gegenständen, Assemblage
  • Bildbetrachtung: In den Bergen, Peter Fischli und David Weiß

Alles weiß!

Jül 8, 3 Doppelstunden

Material: Zeitschriften, schere, klebestift, weißer a4 fOTOKARTON

Endlich hat es geschneit!

Für einen Nachmittag ist auch Berlin im Schnee versunken, nur leider ist die weiße Pracht schon am nächsten Tag verschwunden, keine Zeit, um mit den Kindern einen Schneemann zu bauen.

Anlass genug aber, um einmal über das Weiß zu reden!

Was ist alles weiß? Welche weißen Dinge kennen wir? Wofür steht das Weiß?

Wir tragen die Ideen zusammen und besprechen sie.

Im Anschluss suchen die Schüler in Zeitschriften weißen Gegenständen,  aber auch nach weißen Flächen und  Mustern.

Am Ende der Doppelstunde kontrollieren die Schüler in einer Zwischenreflexion ihre gefundenen weißen Objekte.

Ist das wirklich weiß oder silbern, wie bezeichnet man dieses Weiß? Wir sortieren "nichtweiße" Gegenstände aus und  finden Begriffe für die übrig bleibenden Weißtöne: 

Schneeweiß, zahnweiß,  wollweiß, grauweiß, perlmuttweiß, ultraweiß, reinweiß,...und neue Begriffe fürs das Weiß erfunden: wolkenweiß, schmutzigweiß, metallweiß....

In der nächsten Stunde werden die gefundenen Sachen in Partner- oder Gruppenarbeit auf ein weißes A4 Blatt geklebt.Dabei wird der weiße Fotokarton zunächst  mit den gefunden Farbflächen  und dann mit den ausgeschnittenen Gegenstände  beklebt.

Alles weiß-Eine Winterlandschaft bauen

weisse Gegenstände ( von zu hause oder aus dem Kunstraum), weisse laken oder Stoffe

Zur dritten Doppelstunde sollen weiße Gegenstände von zu hause mitgebracht werden.

Auch im Kunstraum wird nach weißen Materialien gesucht. Die gefunden Dingen werden nach ihrem "Weißwert" in einer Reihe sortiert. 

Nun erhalten die Schüler die Aufgabe, eine Winterlandschaft aus den mitgebrachten und gefunden Sachen zu gestalten, dafür wird der Tisch mit  weißen Bettlaken und Tüchern bedeckt!

Ich mache zwischendurch Fotos, die die Schüler betrachten und anhand derer sie Korrekturen vornehmen und die Landschaft um- und ausbauen.

Ist die Landschaft ,nach Meinung der Schüler, fertig, stellen sich die Kinder mit einem weißen Papier hinter ihre Landschaft, sodass der störende Hintergrund durch die Illusion eines weißen Winterhimmels verdeckt wird.

Das Landschaftsbild als temporäre Kunst ist innerhalb einer viertel Stunde verschwunden!

In einer abschließenden Besprechung in der nächsten Stunde zeige ich die Fotografie am Interaktivboard  und wir diskutieren die Wirkung! 

Dann werden wir die Farbfotografie: In den Bergen, von Peter Fischli und David Weiss betrachten.

Auf dem Foto ist eine Gebirgslandschaft zu sehen. Die Sonne geht glutrot unter, ein Sessellift bringt die letzten Besucher ins Tal. Der blaue Gebirgssee lädt zum Baden ein. Doch halt, beim genauen Betrachten entpuppt sich diese Landschaft als ein Sammelsurium aus den verschiedensten Dingen: Zerwühlte Bettdecken gaukeln uns die Gebirgswelt vor, an der Seilbahn hängen Wurstzipfel statt Gondeln, das Alpenglühen besorgt wohl eine Rotlichtlampe.