Klasse 1-3, 2017-2018


Mein Traum vom Fliegen

Die Unterrichtsreihe  " Mein Traum vom Fliegen" teilt sich in drei Schwerpunkte:

  • Gestaltung eines Gemeinschaftsbildes nach der Geschichte von " Hamid und der Zauberteppich"
  • Ich  fliege über die Stadt (Einzelarbeit) --> Marc Chagall  (im Anschluss)
  • Mein Flugamobil (Bauen von fantastischen Flugobjekten) --> Leonardo da Vinci (vermutlich erst im nächsten Schuljahr)

Hamid und der Zauberteppich

JüL 8, 2018, 5-6 Doppelstunden

Für den Zauberteppich: kleine  PlastikSpachtel (alte/leere Gutscheinkarten- stehen kostenlos bei den grossen  buchläden an der kasse ;), Gouachefarben, a4 Malblatt, Schere, Kebestift

1. Doppelstunde

Zu Beginn der Stunde lese ich den Kindern die Geschichte von Hamid und dem Zauberteppich (kann ich auf Anfrage gerne zumailen) vor. Hamid ist neu in der Klasse und kann als einziger die arabischen Schriftzeichen auf dem alten Spielteppich lesen, die sich als Zauberspruch entpuppen. Der Teppich verwandelt sich in einen Zauberteppich und nimmt alle Kinder der Klasse mit auf die Reise.

Wir sprechen über die Geschichte und überlegen, wohin die Reise gehen soll:

Die Oma in Lettland besuchen, zum  Lieblingsurlaubsort  oder ans Meer , ins Legoland, einmal den Mount Everest sehen, ins Weltall fliegen, nein!noch besser!!! zur Fußball-WM nach Russland...  Alles kein Problem, der Teppich bringt uns überall hin!

Da wir keinen Teppich besitzen, müssen wir uns den Zauberteppich selber weben und damit beginnen wir in dieser Doppelstunde.

Wir bereiten die Papierbögen vor, die wir zum Weben des Teppichs brauchen. Nach einer kurzen Einführung der Technik, verteile ich Gouachefarben (Alternativ gehen auch Deckfarben siehe Videoclip unten) nach Wahl auf Plastikteller. Mit ihrem Plastikspachtel verteilen die Kinder die Farben auf das Papier. Eine ganz neue Erfahrung. Die Farben mischen sich unterschiedlich, manche Kinder erhalten nur "Schmuddelfarben", bei anderen leuchten die Farben. Was ist passiert? In einer kurzen Zwischenbesprechung klären wir das Phänomen: Wenn man alle Farben mischt, erhält man graubraun, auch wenn man Rot/Grün, Violett/Gelb oder Blau/Orange mischt werden die Farben schmuddelig. Die ersten Erfahrungen und Erkenntnisse zu den Komplementärfarben sind gemacht!

Jedes Kind braucht am Ende der Stunde zwei gespachtelte Papierbögen. Aber die meisten gestalten vor Begeisterung viel mehr!

Zur nächsten Stunde werden die getrockneten Blätter unter einem Stapel Bücher geglättet.

2. Doppelstunde

Schere, Klebestift

Am Anfang der Stunde zeige ich den Kindern ein fertig gewebtes Stück vom Teppich. Die Kinder wollen gerne kontrastreiche Farbbögen verweben, deshalb sortieren wir die Bögen nach rot/pink/orange und blau/grün/lila Tönen

Das Ineinanderweben der beiden Papierbögen mache ich Schritt für Schritt vor:

  • Falten des eines Papierbogen auf die Hälfte ( Ecke auf Ecke , A5)
  • Einschneiden des Bogens auf der geschlossenen Seite, dabei ist die Dicke und Anzahl der Streifen egal! Achtung!!!! Oben muss eine Rand stehenbleiben, nicht durchschneiden!!
  • Der zweite Bogen wird in lange Streifen geschnitten (hochkant!)
  • Diese Streifen werden in den ersten Bogen verwebt ( kann man schlecht beschreiben, muss man zeigen s.u. im Videoclip!)
  • Ist das Stück Teppich fertig, werden die überstehenden Enden nach hinten geknickt und festgeklebt/ oder einfach abgeschnitten.

Alle Teppichstücke zusammen arrangiere ich gemeinsam mit Schüler*innen auf Paketpapier und klebe sie mit Tapetenkleister und breitem Pinsel fest. Es sind so viele Teile zusammengekommen, dass ich beide Seiten des

" Teppichs" bekleben muss.

Ich lasse einen kleinen Rand, der später von den Kindern in Fransen geschnitten werden kann. Unser Zauberteppich ist  ist größer ( 1,20m x 0,80m), als ich dachte!

In diesem kleinen Video zeige ich das Einfärben des Papiers (hier mit Deckfarben) und das Weben der einzelnen Teppichteile. 

3. Doppelstunde/4. Doppelstunde/5.Doppelstunde

Hintergrund

"Reisewunschort-Bild", Flaggen, Wahrzeichen von Ländern (aus Illustrierten)

Deckmalfarben, Flaggenvorlagen, Zeitschriften oder Reisemagazine, Schere, Klebestift, Holzbeize (optional)oder Deckfarben  ,gruppenfoto

Die Kinder malen zu zweit oder alleine den Ort, in den sie reisen möchten auf A4 oder A3 oder noch größer (der Himalaya passt einfach nicht auf A3!!)

Ich habe mit Ölkreide malen lassen, da ich alle Bilder auf weißem Papier zu einem ganzheitlichen Bild  arrangieren möchte. Um eine einheitliche Wirkung zu erzielen, färbe ich den Hintergrund der Bilder und den weißen Untergrund mit grüner Zauberfarbe (Holzbeize) ein. Dasselbe mache ich mit dem Himmel (blau) und dem Weltall (schwarz).

Ist der Hintergrund fertig, wird er an unsere Korkpinnwand gepint . Den schweren Zauberteppich befestige ich mit zahlreichen langen Stecknadeln auf  dem Hintergrund. Da die Kinder ihre Bilder in sehr unterschiedlichem Tempo fertig haben, dürfen  noch die entsprechenden Flaggen zu den Ländern gemalt  werden . Ein Flaggenbuch besitze ich schon lange , es ist  zur Fußball-WM immer stark gefragt ;). Zusätzlich stelle ich noch Kopien von Flaggen aus dem Internet zur Verfügung. Es entbricht ein Flaggenmalfieber. Eine andere Gruppe sucht in Zeitschriften nach Wahrzeichen  von Städten und schneidet diese aus. 

In einer dieser Stunden mache ich noch ein Gruppenfoto von den Kindern. Dazu schiebe ich Tische zusammen, die unseren Teppich darstellen sollen. Die Kinder betrachten staunend den Fußboden im Kunstraum und lassen sich in luftiger Tischhöhe den Wind um die Nase wehen! Ausgeschnitten nimmt die Klasse auf dem Zauberteppich platz. Zum Schluss werden Flaggen und Wahrzeichen  ins Bild geklebt

Kinder,die fehlten, werden nachträglich fotografiert und ins Gemeinschaftsbild eingefügt. 


Unterrichtsreihe " Körperbilder"

Körperbilder 1- Assemblage

Alle Materialien, die der Kunstraum HERGIBT, 1 Doppelstunde

In dieser Doppelstunde legen die Kinder Körper aus Gegenständen, die sie im Kunstraum finden.

Am Anfang der Stunde spielen wir Hampelmann und schlagen mit den Händen auf die Oberschenkel, ganz schön lang sind unsere Arme!

Beim Legen  sollen die Körperproportionen beachtet  werden, der Hals wird dann doch leider immer wieder vergessen!

Die Körper werden fotografiert, die Materialien am Ende der Stunde wieder einsortiert.

Körperbilder 2- Collage

Körper aus Abbildungen von Gegenständen kleben

Zeitschriften, Schere, Klebestift, 2 Doppelstunden

Aufgabe ist es, in Zeitschriften nach Gegenständen zu suchen mit denen sich ein Körper darstellen lässt.

Dabei ist eine symmetrische Anordnung der Gliedmaßen nicht unbedingt erforderlich. Besonders skuril und surreal wirken die Figuren, wenn man die Köpfe mit menschlichen Augen und Mündern beklebt.

Körperbilder 3- Plastisches Gestalten

Biegepuppe aus Draht gestalten

Blumendraht, Alufolie, Malerkreppband, Stoffreste, Wolle, Deckfarben, Klebepistole für kinder, Klebestift, Edding , 4 Doppelstunden

Den Draht habe ich bereits zugeschnitten und verteilt, je nach Größe der Puppen benötigen die Kinder zwei 25-30cm lange Stücke.

1. Drahtfigur

Ich mache die einzelnen Arbeitsschritte mit den Kinder zusammen und ganz langsam vor, dennoch ist es eine kleine motorische Herausforderung für manche Schüler*innen, andere kommen problemlos damit zurecht, unabhängig von der Altersstufe. Beim ersten Drahtstück werden die Enden aufeinander gelegt und der Draht im obere Bereich  gedreht, so dass eine Schlaufe (Kopf) entsteht, die beiden Enden sind die Beine. Das zweite kürzere Drahtstück wickelt man unterhalb der Kopfes mehrfach um den ersten Draht, dies werden die Arme. Sind sie zu lang, schneidet man sie einfach mit der Zange ab.

2. Füllen der Figur mit Alufolie

Im nächsten Schritt wir der Draht mit Alufolie umwickelt und die Figur dadurch in Form gebracht.

3. Fixieren der Folie mit Kreppklebeband

Die Alufolie wird mit Klebeband umwickelt und fixiert. Jetzt ist die kleine Biegefigur fertig!

 

4. Bemalen der Figur mit Deckfarben

Ich bespreche mit den Kindern, wie man Hautfarbe mischt: Orange, Rot und Deckweiß

Die Biegepuppe wird bemalt.

5. Bekleiden der kleinen Skulptur

Nach dem Trocknen der Farbe kann mit der " Bekleidung" der kleinen Skulptur begonnen werden.

   Die Kinder entwickeln hier ganz unterschiedliche Vorgehensweisen:

  • Umwickeln der Figur mit Wolle (Klebestift)
  • Bekleben der Figur mit Stoff (Niedrigklebepistole)
  • "Schneidern" von Westen oder Mänteln, die wieder ausgezogen werden können, in dem Armlöcher in den Stoff geschnitten werden

Dann werden Accessoires hinzugefügt: Taschen, Mützen, Engelsflügel,  Skateboard usw.

Die Kinder lieben ihre kleinen Püppchen!


Die große grüne Kiste

Klasse 1-3, 2018, 1 Doppelstunde

Kopiervorlage "grüne Kiste"(s.u.), Zeichenpapier A4, Buntstifte, Filzstifte, evtl. Zeitschriften, Schere, Klebestift

Die Idee zu dieser Unterrichtsstunde kam mir, als ich das kleine Bilderbuch Die grüne Kiste von Gundi Herget und Katharina Staar ( 8,99€) entdeckt habe.

Fiete soll sein Zimmer aufräumen. "Immer dieser Saustall", schimpft Mama und stellt eine grüne Kiste in sein Zimmer. Da soll Fiete jetzt all sein Spielzeug hineinräumen. Natürlich hat er dazu überhaupt keine Lust. Blöde Kiste!! Aber die Kiste ist ja gar keine Kiste. Fiete klettern hinein und die Kiste verwandelt sich...

Ich lese den Schüler*innen nur den Anfang der Geschichte vor. Dabei achte ich darauf, dass die Kinder das Titelbild nicht sehen. Jeder soll später eigene Ideen entwickeln. Als Fiete in die Kiste steigt, bitte ich die Schüler*ìnnen, die Augen zu schließen: Stell dir vor, du bist Fiete und kletterst in die Kiste, du sitzt jetzt in der großen grünen Kiste, was könnte passieren? Was wird wohl aus der Kiste? ....Öffne die Augen, hast du schon eine Idee? Was glaubst du, ist aus der großen grünen Kiste geworden? Verrate deine Idee nicht!! Drehe das kleine Blatt vor dir um. Schneide die grüne Kiste aus, klebe sie auf das weiße Blatt und male, was du dir vorgestellt hast. 

Natürlich wollen einige Kinder gerne mitteilen, welche Idee sie haben, deshalb gehe ich herum.Sie dürfen sie mir ins Ohr flüstern. 

Nicht alle Kinder sind gleichermaßen fantasiebegabt, nicht alle haben sofort eine  Idee. Diese Kinder brauchen zusätzliche Unterstützung. Ich bitte jeden einzelnen ( 2-3 Kinder) noch einmal die Augen zu schließen und beschreibe die Situation genauer. Eventuell müssen wir gemeinsam überlegen...!

Am Ende der Stunde, die Kinder sind schon ganz gespannt in was sich Fietes Kiste verwandelt hat,  lese ich die Geschichte zu Ende vor und zeige den Kindern die Bilder. Danach  stellen die Kinder ihre eigenen Ideen und Bilder vor. 

Solche Assoziationsübungen findet ihr recht häufig auf meiner Seite, sie  sind , finde ich, ungemein wichtig, da sie die Fantasie der Kinder anregen und  kreatives Denken initiieren, beides trainierbare Fähigkeiten!!

Die folgenden Bilder zeigen die vielfältigen Ideen der Kinder aus der JüL8 und JüL6.

Download
Kopiervorlage: Die große grüne Kiste
6 grüne Kisten zum Ausschneiden
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Herbststurm

Jül 8, 2017 , 3 Doppelstunden

Deckfarben, Buntstifte, ZEITUNGSPAPIER, Illustrierte, Weißes Zeichenpapier A4

Der Orkan Xavier hat uns letzte Woche voll erwischt  und die Kinder und auch mich mit seiner Kraft schwer beeindruckt. Über 20 000 Bäume sind in Berlin durch die heftigen Windböen umgefallen.

Schon in der Woche zuvor hatten wir den Hintergrund des Bildes gemalt und teilweise Bäume geklebt.

Es sollte ein Herbstbild werden, aus aktuellem Anlass haben wir es in ein Orkanbild verwandelt und die Dynamik des 

Orkans ist in allen Bildern unschwer zu erkennen.

1. Doppelstunde: Die Farben des Herbst

  • Wir sammeln auf dem Schulgelände verschieden farbige Herbstblätter.
  • Gespräch über den Herbst: "Wieso verliert der Baum seine Blätter und werden die Blätter rot?"
  • Die Herbstblätter werden betrachtet und nach ihren Farben sortiert: Was sind die Herbstfarben?
  • Jedes Kind nimmt sich ein oder mehrere Blätter und versucht, die Farben des Blattes mit Deckfarben zu malen.
  • Das Blatt wird auf die gemalte  Farbfläche gelegt: Wie gut hast du die Farbe gemischt? Ist das Blatt noch zu erkennen?
  • Reflexion: Mit welchen Deckfarben hast du die Herbstfarben deiner Blätter gemischt, kannst du deinen Mitschüler*innen Tipps geben?

2. Doppelstunde:  Herbstbild

  • Wiederholung der Herbstfarben und wie sie gemischt werden,  Aufgabenstellung:
  • Gestalten ein Herbstbild. Dazu mischt du mit deinen Deckfarben Herbstfarben und bedeckst das Malpapier komplett mit den Farben des Herbst (d.h. kein weiß darf mehr zu sehen sein). Ist der Hintergrund fertig, reißt du Zeitungspapier in längliche Streifen und klebst daraus einen oder mehrere Bäume auf dein Bild. Betrachte die Bäume vor dem Fenster, schau genau, wie der Stamm und die Äste nach oben hin schmaler werden.
  • Die Schüler*innen bemalen ein A4 Blatt mit ihren Herbstfarben
  • Das Bild wird mit dem Fön getrocknet
  • Erste Bäume ( Zeitungspapier) werden gerissen und  in das Bild geklebt

3. Doppelstunde:

  • Gespräch über den Orkan : Umgestürzte Bäume; Regenschirme, die weggeflogen sind; Bäume, die sich stark im Wind geneigt haben; abgebrochene Äste etc.
  • Die nächsten Bäume werden schief ins Bild geklebt, Äste  fliegen durch die Luft oder liegen abgebrochen auf dem Boden.
  • Ich zeige den Kindern, wie man einen Regenschirm zeichnet.
  • Der Regenschirm wird auf ein Extrapapier gezeichnet, ausgemalt (Buntstifte oder  Deckfarben) und ausgeschnitten.
  • Der Regenschirm wird so in das Bild geklebt, dass er "wegfliegt".
  • Zum Schluss wird in Illustrierten nach weiteren Herbstfarben gesucht. Aus dem Papier werden Herbstblätter gerissen und aufgeklebt, wer möchte kann die Blätter auch zeichnen. 
  • Bewegungslinien bringen  zusätzliche Dynamik ins Bild.

Stiefmütterchen

Jül 8 und Jül 6, 2017, 1 Doppelstunde

Material: Ölkreide und Zauberfarbe (Holzbeize), Rosa Fotokarton,Format 70x100, StiefMÜTTERCHEN und Hornveilchen , 1 Schablone zum Legen

Fotokopien von verschiedenfarbigen Stiefmütterchen

Auf den Tischen stehen kleine Blumentöpfe mit Hornveilchen in verschiedenen Lila- und Blautönen. Die Kinder betrachten und befühlen die Blumen, die Form der Blütenblätter.

Fünf einzelne Blätter hat die Blüte, das untere Blütenblatt ist sehr groß und länglich und "sieht  wie zwei Blätter zusammen" aus, die anderen 4 Blätter befinden sich "wie Schuppe aufgereiht" dahinter. In der unteren Mitte liegt "ein kleines Loch, ein Kuhle", von dem die Blätter ausgehen. Darunter hat die Blüte "einen dunklen Fleck mit Streifen".

Ich habe 5 Schablonen in Form der fünf Blütenblätter zugeschnitten, die die Kinder nun gemeinsam zu einer Blüte probelegen. Dabei wir schnell klar, dass die kleine runde Vertiefung in der Blüte nicht verdeckt werden darf und sehr charakteristisch für das Stiefmütterchen ist.

Die Kinder beginnen beim Zeichnen mit genau diesem kleinen Kreis. Dann folgt das untere Blütenblatt, danach werden die hinteren Blätter gezeichnet. Die Form wird mit einem hellen z.B. gelben Stift vorgezeichnet, so kann man später noch Korrekturen vornehmen und darübermalen. Mit hellen Farben wird ausgemalt, wobei es immer interessanter ist, verschiedene Töne einer Farbfamilie übereinander zu malen. Zusätzlich zu den echten Blumen gibt es noch Farbkopien,

auf denen die unglaubliche Farbenvielfalt der Stiefmütterchen zu sehen ist. Die Schüler*innen dürfen sich ihre Farbvariante frei wählen. Ist die Blüte fertig ausgemalt, kann der besondere Fleck und die Streifen mit einer dunkleren Farbe in das untere Blütenblatt gemalt werden. Andeutungen von Blättern und Gras geben dem Bild Dynamik. Ganz zum Schluss wird der Hintergrund mit Zauberfarbe (siehe unter Tipps und Tricks und....) in das Bild gebracht.

Das Malen der Stiefmütterchen war-auch wegen des großen Formates- eine echte Herausforderung für alle, zum Glück hatte ich  große Unterstützung durch eine Studentin bei diesem Thema!


Unterrichtseinheit zum Thema "Türme"

  • Türme aus Pappe bauen
  • Spaghettitürme bauen
  • Türme aus Zeitungspapier bauen
  • Funktion von Türmen, besondere Berliner Türme
  • Türme von Friedensreich Hundertwasser
  • Hundertwasser, der Architekt: Zwiebeltürme,Baumrecht und Fensterrecht....
  • Türme im Hundertwasserstil, Malen mit Deckfarben

Türme erfüllen die unterschiedlichsten Funktionen:

  • sie bieten Schutz und Orientierung
  • dienen der Verteidigung
  • demonstrieren Macht und Stärke und technisches Know how

Noch ist unklar, seit wann der Mensch Türme baut, aber das der Turm ihm durch seine überlegene Position Vorteile bietet, ist dem Menschen schon seit langem klar.

Der älteste archäologische Fund eines Turmes stammt aus dem Jahr 7500 v. Chr.: der Turm von Jericho.

Einer der bekanntesten Türme der Menschheit, der Turm zu Babel wurde 600 v. Chr. fertiggestellt. Im Mittelalter dienten Türme der Überwachung römischer Grenzanlagen. Sie wurden aber auch zu Prestigezwecken gebaut, wir z. B im sogenannten " Manhattan" der Toskana, in San Gimignano.

Der Pariser Eiffelturm ist ein Symbol für die Industrielle Revolution, durch moderne Baustoffe wie Stahl und Beton war seine Konstruktion etwas vollkommen Neues.

( aus: www.planet-wissen.de-architektur)

Auch Berlin ist eine Stadt der Türme. Der Fernsehturm auf dem Alexanderplatz ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden, der Grunewaldturm ein beliebtes Ausflugsziel, der Radarturm auf dem Tempelhofer Feld besticht durch seine Funktionalität oder aber , in unserer unmittelbaren Umgebung,  der "Bierpinsel", der wohl bunteste Turm in ganz Berlin.

In den nächsten Stunden werden sich die Schüler*innen mit dem Bauen von Türmen und im Anschluss mit der Bedeutung von Türmen sowie einigen der zahlreichen Berliner Türme beschäftigen.

JüL8 und JüL6, 2017 (10 Doppelstunden)

1. Türme aus Karton

Karton und schere

1Doppelstunde

Nachdem jedes Kind eine große Pappe erhalten hat, lautet der Auftrag, daraus -nur mithilfe der Schere- einen stabilen Turm zu bauen! Dabei darf die Pappe in mehrere Teile zerschnitten werden.

Die Stabilität des Turmes wird in  einem besonderen Testverfahren überprüft:  Ich gehe -wie der böse Wolf in der Geschichte von den drei kleinen  Schweinchen-  herum und puste ! Was für allgemeine Spannung und Freude sorgt, so dass mir bald der Atem ausgeht ;)!

Das Bauen kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit erfolgen.

Ich lasse  die Schüler*innen 10 Minuten frei experimentieren, dann unterbreche ich die Arbeit für eine kurze Zwischenbesprechung, in der sich die Kinder über ihre verschiedenen Techniken austauschen  und sich Tipps von ihren Mitschüler*innen abholen!

In jeder Klasse findet sich mindestens eine Gruppe, die das Steckprinzip (Einschnitte in den Pappen) anwendet und bald zeigt sich hier der Vorteil beim Bauen, die Türme  sind am Stabilsten (wenn man für ein gutes Fundament gesorgt hat) und man kann sehr hoch bauen, so wird das erfolgreiche Steckprinzip sehr schnell von den anderen Gruppen kopiert.

Am Ende der Stunde präsentieren alle Schüler*innen ihre Türme und erläutern ihre Bauweise.

Mancher Turm wurde zum Schluss bemalt und in eine Skulptur verwandelt, nicht immer entstand ein "echter" Turm, aber  immer ein  sehenswertes Bauwerk! 

2. Spaghetti-Türme

Material: Hartweizennudeln (ca. 5 Packungen pro Klasse), Knete

1 Doppelstunde

Die Unterrichtsreihe " Türme" wird in dieser Stunde fortgesetzt!

Die Kinder dürfen allein, in Zweiergruppen, maximal Dreiergruppen arbeiten.

Jede Gruppe erhält eine halbe Packung Spaghetti und Knete.

Aus diesem Material sollen die Kinder Türme bauen. Diese Aufgabe erweist sich als weitaus schwieriger, als das Bauen von Türmen aus Karton. Die Spaghetti zerbrechen sehr leicht!

Mit der Knete werden die Spaghetti am Boden befestigt und miteinander verbunden.

Nach einer experimentellen Phase von ca. 10 Minuten tauschen wir unsere Erfahrungen aus:

  • Mehrere Spaghetti, mit Knete verbunden, sind viel stabiler zum Bauen
  • die Knete hat ein Eigengewicht, man muss aufpassen, dass durch dieses Gewicht das Bauwerk nicht einstürzt
  • auf Pappe gebaute Türme halten nicht so gut, da die Knete auf dem Karton nicht haftet, die Tischplatte bietet eine bessere Haftung
  • ein Turm , der nach oben schmaler wird, ist einfacher zu bauen und hält besser
  • baue ich den Turm wie ein Gerüst in die Höhe, brauche ich Mittel- und Seitenstreben für die Stabilität

Trotz der schwierigen Aufgabe lassen sich die Schüler*innen nicht entmutigen und fangen, auch wenn ihr Turm mehrfach einstürzt, immer wieder neu an. Die Aufgabe, einen  (hohen) Turm zu bauen, ist eine echte Herausforderung, aber unabhängig von der Altersstufe  zu bewältigen. Die Erstklässler zeigen sich in ihrem Ideenreichtum und ihren Einfällen  genauso pfiffig, wie die Zweit-und Drittklässler. Jeder bewältigt die Aufgabe auf seine individuelle Weise. Konzentration und motorisches Geschick ist bei allen gefragt.

Am Ende werden die fotografierten Türme abgebaut, einen Transport nach Hause würden diese fragilen Bauwerke leider nicht überstehen!

3. Türme aus Zeitungspapier

1 Doppelstunde

Auch in der dritten Doppelstunde bauen wir Türme, denn die Motivation der Schüler*innen ist ungebrochen.

Diesmal wird die Klasse in drei altersgemischte Gruppen aufgeteilt. Dabei müssen die Schüler*innen kommunizieren, miteinander kooperieren, aufeinander Rücksicht nehmen, sich absprechen und einigen, das ist nicht immer einfach!

Die Türme sollen  aus einzelnen Zeitungsblättern und Klebeband gebaut werden. Nach einer kurzen Experimentierphase findet, wie immer, eine Zwischenbesprechung statt. Die Resultate sind für die Kinder unbefriedigend, alle Falt- und Rollvarianten bieten nicht genügend Stabilität für den Turmbau. Gemeinsam überlegen wir  Verbesserungsvorschläge, am Ende zeige ich den Schüler*innen ,wie man das doppelte Zeitungsblatt in der Mitte faltet und dann ganz eng zusammenrollen muss (am besten über Eck anfangen), um die größtmögliche Stabilität zu erreichen. Nun werden in jeder Gruppe zahlreiche "Stäbe" produziert und es wird mit dem Bau des Turmes  begonnen. Die Herausforderung besteht darin, einen sehr  hohen Turm zu bauen!

Zum Ende der Stunde merken alle, wie wichtig jedes einzelne Gruppenmitglied ist. Als der Countdown der letzten Minuten läuft,  hat die Aufregung alle erfasst und hektisch werden Versuche unternommen, den Turm noch ein wenig höher zu bauen! Der einen Gruppe gehen dabei die Zeitungs"stäbe" aus und es muss in Windeseile nachgerollt werden. Da ist jede Hand gefragt! Nur gemeinsam ist man erfolgreich, das ist die Erkenntnis dieser Stunde!

Und nicht nur der höchste Turm hat gewonnen, es gibt auch einen Gewinner  für die stabilste Konstruktion und das ausgefallenste Design. Eine "Medaille" für tolle Gruppenarbeit haben sich sowieso alle verdient!!!

1 Doppelstunde

In der nächsten Stunde werden wir uns verschiedene berühmte Türme und auch Berliner Türme anschauen und uns mit dem Künstler und Architekten Friedensreich Hundertwasser,   seinen Zwiebeltürmen und seiner besonderen Architektur beschäftigen.

4.Hundertwassertürme

JüL 6 und JüL 8, 2017

Material: Deckfarben, DeckWEISS, Karton 50 cm x 40 cm

2 Doppelstunden

Die Erkenntnisse über die Architektur von Friedensreich Dunkelbunt Regentag Hundertwasser fließen in das Malen der Türme mit ein, aber der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Türme dürfen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit gemalt werden.

Dazu werden, wenn gewünscht, mehrere Pappen mit Paketklebeband aneinander geklebt.

In der zweiten Doppelstunde wollten die meisten Schüler*innen ihren Turm verlängern, der höchste Turm hat jetzt eine Länge von zwei Metern erreicht!


Unterrichtseinheit " Alles Weiß"

  • Papiercollage zum Thema
  • Gestaltung einer Winterlandschaft aus weißen Gegenständen, Assemblage
  • Bildbetrachtung: In den Bergen, Peter Fischli und David Weiß

Alles weiß!

Jül 8, 3 Doppelstunden

Material: Zeitschriften, schere, klebestift, weißer a4 fOTOKARTON

Endlich hat es geschneit!

Für einen Nachmittag ist auch Berlin im Schnee versunken, nur leider ist die weiße Pracht schon am nächsten Tag verschwunden, keine Zeit, um mit den Kindern einen Schneemann zu bauen.

Anlass genug aber, um einmal über das Weiß zu reden!

Was ist alles weiß? Welche weißen Dinge kennen wir? Wofür steht das Weiß?

Wir tragen die Ideen zusammen und besprechen sie.

Im Anschluss suchen die Schüler in Zeitschriften weißen Gegenständen,  aber auch nach weißen Flächen und  Mustern.

Am Ende der Doppelstunde kontrollieren die Schüler in einer Zwischenreflexion ihre gefundenen weißen Objekte.

Ist das wirklich weiß oder silbern, wie bezeichnet man dieses Weiß? Wir sortieren "nichtweiße" Gegenstände aus und  finden Begriffe für die übrig bleibenden Weißtöne: 

Schneeweiß, zahnweiß,  wollweiß, grauweiß, perlmuttweiß, ultraweiß, reinweiß,...und neue Begriffe fürs das Weiß erfunden: wolkenweiß, schmutzigweiß, metallweiß....

In der nächsten Stunde werden die gefundenen Sachen in Partner- oder Gruppenarbeit auf ein weißes A4 Blatt geklebt.Dabei wird der weiße Fotokarton zunächst  mit den gefunden Farbflächen  und dann mit den ausgeschnittenen Gegenstände  beklebt.

Alles weiß-Eine Winterlandschaft bauen

weisse Gegenstände ( von zu hause oder aus dem Kunstraum), weisse laken oder Stoffe

Zur dritten Doppelstunde sollen weiße Gegenstände von zu hause mitgebracht werden.

Auch im Kunstraum wird nach weißen Materialien gesucht. Die gefunden Dingen werden nach ihrem "Weißwert" in einer Reihe sortiert. 

Nun erhalten die Schüler die Aufgabe, eine Winterlandschaft aus den mitgebrachten und gefunden Sachen zu gestalten, dafür wird der Tisch mit  weißen Bettlaken und Tüchern bedeckt!

Ich mache zwischendurch Fotos, die die Schüler betrachten und anhand derer sie Korrekturen vornehmen und die Landschaft um- und ausbauen.

Ist die Landschaft ,nach Meinung der Schüler, fertig, stellen sich die Kinder mit einem weißen Papier hinter ihre Landschaft, sodass der störende Hintergrund durch die Illusion eines weißen Winterhimmels verdeckt wird.

Das Landschaftsbild als temporäre Kunst ist innerhalb einer viertel Stunde verschwunden!

In einer abschließenden Besprechung in der nächsten Stunde zeige ich die Fotografie am Interaktivboard  und wir diskutieren die Wirkung! 

Dann werden wir die Farbfotografie: In den Bergen, von Peter Fischli und David Weiss betrachten.

Auf dem Foto ist eine Gebirgslandschaft zu sehen. Die Sonne geht glutrot unter, ein Sessellift bringt die letzten Besucher ins Tal. Der blaue Gebirgssee lädt zum Baden ein. Doch halt, beim genauen Betrachten entpuppt sich diese Landschaft als ein Sammelsurium aus den verschiedensten Dingen: Zerwühlte Bettdecken gaukeln uns die Gebirgswelt vor, an der Seilbahn hängen Wurstzipfel statt Gondeln, das Alpenglühen besorgt wohl eine Rotlichtlampe.